1958
geb. in Chemnitz
(damals Karl-Marx-Stadt)
ab 1963
Klavier-, später Geigenunterricht und Mitglied im Kinderchor St.
Petri
1968–77
Mitglied des Dresdner Kreuzchores
unter Rudolf Mauersberger und ab 1971
unter Martin Flämig
1975
erster Kompositionsunterricht bei Manfred Weiss
1977
Abitur an der Kreuzschule
1979–84
Studium an der HfM Carl Maria von Weber in Dresden
in den Hauptfächern
Dirigieren (Siegfried Kurz und Hartmut Haenchen), Komposition (Manfred Weiss,
Rainer Kunad, Wilfried Krätzschmar) und Klavier (Heidrun Richter)
1984–88
1. Kapellmeister
und zeitweise kommissarischer Musikalischer Oberleiter am Landestheater
Altenburg
1988–94
Musikalischer Oberleiter am Theater Greifswald
und Chefdirigent des
Vorpommerschen Sinfonieorchesters Greifswald
Mitinitiator des Musiksommers Mecklenburg-Vorpommern sowie der
Greifswalder Musiktage – verstärkter Einsatz für neue Musik sowie die Musik
des Ostseeraumes
Lehrauftrag an der EMA-Universität Greifswald (Chordirigieren und
Kontrapunkt)
1991–96
ständiger Gastdirigent beim Sinfonieorchester Jönköping in Schweden
1994–96
Chefdirigent des neu entstandenen Theaters Vorpommern
und des Philharmonischen Orchesters Vorpommern
1996
Leitung der Tage des zeitgenössischen Musiktheaters am Theater
Vorpommern mit Aufführungen von Dessau, Rihm, Rautavaara sowie
Werkstattaufführungen u.a. von F. Schenker
1996–99
Dirigent am Staatstheater am Gärtnerplatz München
1999–2004
Geschäftsführender Stellvertreter des Chefdirigenten
ab 2004
Ständiger Gastdirigent
1998–2004
Zusammenarbeit mit der David-Oistrach-Akademie Ingolstadt (Leitung
des
Mittelbayerischen Jugendsinfonieorchesters) und dem R.-Strauss-Konservatorium
München (Operneinstudierung HÄNSEL&GRETEL)
1998
L
Leitung eines der Jubiläumskonzerte zum 450. Bestehen der Sächsischen
Staatskapelle Dresden (UA von SIO von G. Kantscheli)
2000
Münchner EA der ENGLISCHEN KATZE von H. W. Henze
2003
UA der Oper DAS BEBEN von Avet Terterian (W.-Ebermann-Preis 2004,
jahreskulturpreise der Münchner AZ und tz )
2003
Berufung als Professor für Dirigieren und die Leitung des
Hochschulsinfonieorchesters an die HfM Carl Maria von Weber nach
Dresden
2004
Künstlerischer Leiter der Singakademie Dresden
2005
Münchner EA MAJAKOWSKIS TOD von Dieter Schnebel
2006
mehrere UA zum 800. Jubiläum der Stadt Dresden, u.a. "3 in 1" von
Ekkehard Klemm, CONFESSIO SAXONICA von Manfred Weiss als Oratorien sowie
DIE SCHLÜSSELOPER von Wilfried Krätzschmar
2007
Münchner EA von INTOLLERANZA von L. Nono
FIGARO bei den Opernfestspielen Bad Hersfeld
Berufung zum Rektor der
Ekkehard Klemm war Gastdirigent zahlreicher nationaler wie
internationaler Orchester, Opernhäuser und Festivals, so u.a. der
Sächsischen Staatskapelle, der Dresdner Philharmonie, des Münchner
Rundfunkorchesters, des Saloniki State Orchestra, der Stettiner
Philharmonie, des Prager Rundfunkorchesters, des Sinfonieorchesters
Jönköping, des Tiroler Sinfonierorchesters, der Armenischen
Nationalphilharmonie, der Opernhäuser in Dresden, Schwerin, Kiel, Halle,
Cottbus, Innsbruck, der Dresdner Musikfestspiele, der Münchner Biennale, der
Ensemblia Mönchengladbach, der Greifswalder Bachwoche, des Festival Mitte
Europa.
Neben dem Schwerpunkt Oper und Konzert – seit 2004 auch Chorsinfonik
– ist Klemm stets durch seinen Einsatz für neue Musik in Erscheinung
getreten. Er leitete zahlreiche Ur- und Erstaufführungen, mit besonderem
Erfolg MEISTER MATEH (Trieder, UA Dresden 1983), DAS SONNENHAUS (E.
Rautavaara, dt. EA Greifswald 1994), DIE ZOFEN (P. Bengtson, dt. EA
Greifswald 1996), EINSTEIN (P. Dessau, Greifswald 1995), WENN DIE ZEIT ÜBER
DIE UFER TRITT (W. Tarnopolski, UA München 1999), DIE ENGLISCHE KATZE (H. W.
Henze, München 2000), DAS BEBEN (A. Terterian, UA München 2003), MAJAKOWSKIS
TOD (D. Schnebel, München 2005), DIE SCHLÜSSELOPER (W. Krätzschmar, Dresden
2006), CONFESSIO SAXONICA (M. Weiss, Dresden 2006).
Mit dem Regisseur Claus Guth produzierte Ekkehard Klemm Lortzings WILDSCHÜTZ
für das Bayerische Fernsehen. Video-Produktionen liegen ferner vor
von Krätzschmars SCHLÜSSELOPER (Regie A. Baumann) sowie Terterians DAS BEBEN
(Regie C. Guth), einer vielfach prämierten Produktion (u.a.
W.-Ebermann-Preis als beste Musiktheater-UA zwischen 2001 und 2003). Viele
von Klemms Konzerten wurden für den Rundfunk produziert, so u.a.
OBERON (2006) vom MDR, ein Konzert zum Musiksommer 1996 vom NDR, ein Konzert
des Bayerischen Landesjugendorchesters 2002 vom BR. Seydelmanns LA MORT
D'ABEL mit der Dresdner Philharmonie wurde vom MDR aufgezeichnet und
gesendet. Nonos INTOLLERANZA wird demnächst vom Bayerischen Rundfunk
aufgenommen.
Im Jubiläumsjahr 2006 der Stadt Dresden (800 Jahre) dirigierte Klemm
einen Zyklus mit Werken Dresdner Komponisten in der Elbestadt, angefangen
von Webers OBERON über Mauersbergers LUKASPASSION, Webers Messen,
Seydelmanns Oratorium Der Tod Abels (Dresdner Philharmonie, Hygienemuseum zu
den Musikfestspielen), a-cappella-Chormusik bis hin zur Uraufführung der
Oratorien "3 in 1" von Ekkehard Klemm selbst sowie CONFESSIO SAXONICA von
Manfred Weiss und einer neuen Oper von Wilfried Krätzschmar. In den
Konzerten mit dem Hochschulsinfonieorchester waren ferner Werke von Vito
Zuraj (Dresdner Absolvent), Schumann (das Klavierkonzert entstand teilweise
in Dresden) und Richard Strauss zu hören.
Als Komponist trat Klemm mehrfach in Erscheinung. Olaf Bär sang die
UA seines Liederzyklus "Geh Gedanke" 1981; ein Streichquartett wurde durch
das Solistenquartett der Komischen Oper Berlin 1982 uraufgeführt; 1990/91
erklang in 4 Konzerten das abendfüllende Stück PSALMEN für Bariton und
Kammerensemble; für das 800-jährige Jubiläum der Stadt Dresden komponierte
Klemm sein Stück "3 in 1", das von der Singakademie und dem Ensemble 1704
aus Prag uraufgeführt wurde.
Vielfach wurde Klemm auch als Juror berufen, so u.a. bei
Gesangswettbewerben in Ingolstadt, beim Julian-Gayarre-Wettbewerb in
Pamplona 2002 (Spanien) sowie beim 3. Hochschulwettbewerb Dirigieren 2006 in
Dresden (Jurypräsident).
Trotz seiner noch jungen Laufbahn als Lehrer hat Klemm auch hier
zahlreiche erste Erfolge vorzuweisen: seine Schüler Hee Chuhn Choi, Oksana
Lyniv sind Preisträger internationaler Wettbewerbe und beide Stipendiaten
des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates. Song Kyu Ryu errang in Korea
einen 3. Preis, Lennart Dohms absolvierte erfolgreich ein Semester am
Pariser Conservatoire mit mehreren öffentlichen Aufführungen. Oksana Lyniv
und Lennart Dohms nahmen erfolgreich an Kursen von H. Haenchen, Peter Gülke
und Kurt Masur teil. Klemm selbst leitete Seminare beim Dirigentenforum des
Deutschen Musikrates. Jan Altmann arbeitet als Dirigent und Chordirektor in
Görlitz, Hee Chuhn Choi ist Assistent des GMD an den Landesbühnen Sachsen.
Die Konzerte des Dresdner Hochschulsinfonieorchesters sind unter
Klemms Leitung ein kontrastreicher und spannender Teil des Dresdner
Konzertlebens geworden. Mit ungewöhnlichen Programmen, begabten jungen
Solisten sowie interessanten Uraufführungen von Absolventen der
Kompositionsklassen haben die Matineen in der Semperoper ein ganz eigenes
Profil entwickelt, das auch auswärts geschätzt wird: 2007 gastiert Klemm mit
seinem Orchester u.a. in der Kölner Philharmonie sowie zu den Bad Hersfelder
Festspielen. Zum wiederholten Mal ist das Orchester unter Klemms Leitung
Partner des Internationalen Rubinstein-Klavierwettbewerbs.
Die Singakademie Dresden hat unter Klemms Leitung neuen Erfolg zu
verbuchen. Mehr als 220 Mitglieder in 4 Chören prägen ganz entscheidend die
Chorlandschaft Dresdens, insbesondere durch Kontrastprogramme mit Werken
alter und neuer Musik sowie ungewöhnlichen Kompositionen wie Dvoraks
GEISTERBRAUT, Schumanns FAUST-SZENEN, Szymanowskis STABAT MATER, Brittens
St.-Niclas-Kantate oder Janaceks GLAGOLITISCHER MESSE. Exemplarisch geriet
in der Frauenkirche erst kürzlich Mauersbergers LUKASPASSION sowie in der
Kreuzkirche Beethovens MISSA SOLEMNIS.
Klemm ist ein reflektierender Musiker und gibt sich selbst und seinem
Publikum in vielen Veröffentlichungen Rechenschaft über sein Tun als
Interpret. In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Tutzing
gestaltete er Vorträge zu Beethoven (LEONORE), Schnebel und Terterian.
Regelmäßig hält er in Dresden Einführungen und Vorträge. Viele Programmhefte
seiner Opernpremieren enthalten eigene Aufsätze. Im Pfau-Verlag Saarbrücken
erschien ein Essay zur Oper DAS BEBEN von Avet Terterian.
